St. Ulrich

Grabplatte von Ulrich GrolandNikolaus von Myra – den einen Namenspatron unserer Kirche – kennt jeder und sei es nur in der verkitschten Form des Gabenbringers mit Bart und rotem Mantel mit weißem Pelzkragen. Seine eigentliche Geschichte als Friedensstifter und Retter junger Frauen vor der Prostitution lässt sich im Tympanon des Portals unserer Kirche ein wenig nachvollziehen – davon vielleicht ein andermal mehr. Doch wer war eigentlich St. Ulrich – der zweite Namensgeber? Wer in Augsburg die Pfarrkirche St. Ulrich und Afra aus dem 15. Jh. kennt, kommt der Lösung schon näher: Bischof Ulrich von Augsburg, der schon 20 Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen wurde, war ein wehrhafter Gottesmann, der der Legende nach im Jahr 955 die Ungarn so lange von seiner Stadt zurückhielt, bis der nachmalige Kaiser Otto der Große sie 955 auf dem Lechfeld vernichtend schlagen konnte. Ulrich wurde zum Stadtpatron von Augsburg – und in St. Afra beigesetzt. Unserer Kirche wurde er zum Namenspatron durch deren (Mit-)Stifter Ulrich Groland, dessen Grabplatte die nordöstliche Langhauswand ziert. St. Ulrich soll auch gegen Mäuse- und Rattenplage helfen – vielleicht ein Grund, dass in unserer Kirche keine Mäuse zu sehen sind (oder liegt es eher an Kater Kasimir, der regelmäßig über den Kirchhof streunt?).

Wolfram Steckbeck