Vorfreude auf live-Musik in der Kirche

Orgeltasten

Die letzten Wochen waren für uns alle herausfordernd. Leider müssen wir auf vieles Gewohnte verzichten. Dazu gehören auch live gespielte Konzerte. Noch stecken wir in der Phase der Vorsicht. Deshalb sagen wir im Juni und Juli alle geplanten Konzerte in unserer Kirche ab.

Natürlich gibt es weiterhin die Musik und auch viele kreative Ideen. Viele musizieren abends das Lied „Der Mond ist aufgegangen“, es gab schon ein gleichzeitiges Spielen an vielen Orten von „Freude schöner Götterfunken“ oder auch von „Christ ist erstanden“ zum Osterfest. Es finden sich Konzerte im Internet. Und Musik kann ja immer gestreamt und gehört werden. Und sie kann natürlich auch selber daheim gemacht werden, oder über online Plattformen mit anderen Menschen. Dennoch spüren wir, wie unersetzbar live-Erlebnisse mit anderen Gleichgesinnten sind. Und es hat ja seinen Grund, warum es überall auf der Welt die Musik, die Kunst, die Spiritualität gibt, gegeben hat und geben wird. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern braucht ganzheitlich gerade auch die Kunst. In der jetzigen Situation kann sie stärken, trösten, ermutigen, aufbauen und ist so wichtig. Und wir freuen uns alle sehr auf die Zeit, in der wir sie wieder ungefiltert und rein in einem gemeinsamen Raum erleben können.

Wer selber musiziert weiß, wie viel mehr ein geteiltes Miteinander ist. Allein Singen etwa ist schön, in einer Gruppe wird es verstärkt und das Gesamtergebnis ist dann oft viel mehr, als eine Addition der einzelnen Teile. Es wird etwas zutiefst Menschliches, etwas Gemeinschaftliches, etwas, das im Innersten berühren kann. Uns selber und auch die Anderen. Und aus der Wissenschaft wissen wir, dass Musizieren nicht nur soziale Fähigkeiten fördert, sondern auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessert – etwa bei Matheaufgaben – und darüber hinaus gesundheitsfördernd ist, sowohl für den Körper als auch für die Seele.

So ist es toll, in dieser Zeit andere Formen der Musikrezeption zu entdecken, sich gleichzeitig aber wieder zu freuen auf das gemeinsame Erlebnis, das wieder kommen wird. Wie dankbar können wir sein für die Musik! Und für den Nächsten, der sie mit uns teilt!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine behütete und klangvolle Zeit!

Ihr Kantor Markus Nickel

 

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